Worauf man beim Kauf eines Plattenspielers achten sollte

Ist die Liebe zum Vinyl einmal entfacht, steht nun der Kauf eines Plattenspielers an. Doch der Kauf eines Plattenspielers ist für viele zugleich die erste Hürde, die es erst einmal zu überwinden gilt.

Wie bei allen elektronischen Geräten ist die Auswahl vielfältig und der Markt nur schwer zu überblicken. Ebenso vielschichtig präsentieren sich Funktionsumfang der Geräte sowie deren Preisgestaltung.

Für diejenigen, die ohne Vorkenntnisse an den Kauf eines eigenen Plattenspielers herangehen, kann der Prozess schon ein wenig ernüchternd sein.

Um diesen Prozess zu erleichtern, muss man sich mit den Basiselementen eines Plattenspielers vertraut machen. Schließlich erleichtert das die Kommunikation mit dem Verkäufer. Außerdem ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf mit seinen Bedürfnissen und Wünschen genau auseinanderzusetzen. Dadurch hat man nicht nur eine grobe Orientierung, sondern schränkt auch das schier endlose Angebot an Plattenspielern erheblich ein.

Basiselemente eines Schallplattenspielers

Der Plattenspieler, oder auch Schallplattenspieler ist ein elektrisches Gerät zum Abspielen von Schallplatten. Bestehend aus vielen einzelnen Bauteilen.

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Obwohl man kein Ingenieur sein muss, ist es gut, ein grundlegendes Verständnis für die wichtigsten Bauteile und deren Daseinsberechtigung bzw. Funktionsweise zu haben.

Im Prinzip besteht der alleinige Zweck eines Schallplattenspielers darin, die Nadel auf die Schallplatte zu bringen, um Musik abzuspielen. Scheint einfach. Doch wenn man berücksichtigt, dass eine einzelne Plattenrille dünner ist als ein menschliches Haar, versteht man erst, von welcher immensen Bedeutung es ist, dass dieser Schritt absolut exakt ausgeführt wird.

Und der Unterschied zwischen einem Schallplattenspieler für 100 Euro und einem für 1.000 Euro liegt in eben dieser Präzision und der Stabilität aller Bauteile.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Die elementaren Bauteile eines jeden Plattenspielers sind der Sockel, der Tonarm, der Tonabnehmer, die Nadel, der Teller und der Motor.

  • Der Sockel – Die Basis des Schallplattenspielers, die alle restlichen Bauteile stützt. Mit dem Sockel verbunden sich seine Standfüße, die Stabilität verleihen. Wie bereits gesagt: Stabilität ist der Schlüssel für eine gute Wiedergabe. Der Sockel kann aus verschiedenen Materialien bestehen wie Holz, Plastik oder Metall.
  • Der Plattenteller – Der rotierende Bauteil, auf dem die Schallplatte ruht oder dreht. Im Allgemeinen gilt: Je schwerer, desto besser. Denn je schwerer der Plattenteller, desto weniger Vibration kann entstehen. Angetrieben wird der Plattenteller durch einen kleinen Motor. Zwischen Plattenteller und Schallplatte befindet sich außerdem in der Regel außerdem eine Matte. Sie ist wie ein Polster für die Schallplatte, bietet Halt und dämpft die Schwingungen. Der Plattenteller dreht die Schallplatte in der Regel mit einer Geschwindigkeit von 33, 45 oder 78 Umdrehungen pro Minute, wobei 33 und 45 Umdrehungen pro Minute die gebräuchlichsten Geschwindigkeiten sind. Die Geschwindigkeit entspricht dabei immer der Aufnahmegeschwindigkeit der Musik.
  • Der Tonarm – Der Arm, der über der Schallplatte schwingt und die Nadel präzise mit der Schallplatte in Kontakt bringt. Doch der Arm setzt nicht nur die Nadel auf die Schallplatte, sondern sorgt auch für eine gleichbleibende Geschwindigkeit auf der äußeren und inneren Kreislinie auf der Schallplatte. Ist der Tonarm qualitativ schlecht, wird man dies bei der Tonwiedergabe hören.
  • Der Tonabnehmer – Das Bauteil, das den Tonarm hält. Er hebt und senkt den Tonarm und ist ein wahrlich anspruchsvolles mechanisches Teil, dass mit sehr viel Sorgfalt zu behandeln ist. Die Aufgabe des Tonabnehmers besteht darin, einen geschmeidigen Kontakt zwischen Tonarm und Schallplatte herzustellen, sodass keine Kratzer auf dem Vinyl entstehen. Dieser mechanische Prozess kann automatisch erfolgen, d. h. man drückt den richtigen Knopf und schon erfolgt alles andere von ganz allein, oder eben manuell, d. h. der Nutzer platziert den Tonarm auf der Schallplatte. Richtige Plattenliebhaber neigen dazu, sich für die manuelle Variante zu entscheiden, da dann weniger den Tonarm in seiner Bewegung stören kann.
  • Cartridge/Stylus – Hier kommt es immer wieder zu Verwirrungen, weil die Bezeichnungen oft synonym verwendet werden. Mit Stylus bezeichnet man aber üblicherweise die Nadel selbst, während mit Cartridge das Gehäuse gemeint ist, das die Nadel hält. Viele verwenden den Begriff Cartridge, wenn sie eigentlich gerade von der Nadel sprechen. Die Nadel ist der einzige Bauteil eines Schallplattenspielers, das mit der Schallplatte in Kontakt kommt. Und zwar mit jeder winzigen Rille auf der Schallplatte. Es ergibt also Sinn, dass selbst das kleinste Upgrade hier zu substantiellen Verbesserungen in der Soundqualität führen kann.

Das endlose Streben nach Klangperfektion

Viele behaupten, dass Vinyl bei Weitem nicht so gut ist wie seine digitalen Alternativen. Störungen der Schallplatte, die Abnutzung der Nadel, die Qualität der Ausstattung, Empfangsqualität, Lautsprecher – so viele Dinge, die die Klangqualität negativ beeinflussen könnten.

Und das ist wahr. Es gibt eine Menge an möglichen Stellen, an denen die Klangqualität schwächeln kann. Doch das ändert nichts an dem Bestreben nach einem einzigartigen Hörerlebnis, das Laptop-Lautsprechern und iPods weit überlegen ist.

Klar ist: Je besser die Qualität jedes einzelnen Bauteils, desto mehr kann man dieses Klangerlebnis auch genießen. Doch umso höher ist auch der Kauf-Preis. Wer gelegentlich ein schönes Klangerlebnis genießen möchte, der sollte sich durchaus auch mit den günstigeren Einstiegsmodellen befassen. Und sind wir mal ehrlich: Meist sind es nur Nuancen, in denen sich die Geräte der verschiedenen Preisklassen voneinander unterscheiden.

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