Woran erkennt man einen guten Plattenspieler?

Der Siegeszug von Plattenspielern und Schallplatten dauerte von den 20er Jahren bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Dementsprechend viele Plattenspieler gibt es auch, denn sie waren zur damaligen Zeit eine der Standardkomponenten in Stereoanlagen.

Schallplatten bekommt man häufig für wenig Geld in Second Hand Shops oder auf Flohmärkten. Wahrscheinlich findet man dort sogar spottbillige Plattenspieler. Vom Kauf eines solchen Gerätes kann allerdings den meisten Interessenten nur abgeraten werden. Denn die Chance, einen Plattenspieler zu finden, der sich in einem guten Zustand befindet, ist gering.

Woran erkennt man einen guten Plattenspieler?

Plattenspieler sind sehr empfindliche Geräte. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten von Fehlfunktionen, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erkennt. Deshalb ist der Kauf eines Plattenspielers, unabhängig vom Preis, in einem Second Hand Shop oder auf dem Flohmarkt nicht zu empfehlen. Es sei denn, der Besitzer bzw. Inhaber ist einem bekannt oder Sie sind ein bekennender Profi und Technik-Freak in Sachen Plattenspieler.

Um einen Plattenspieler zu finden, der den eigenen Ansprüchen gerecht wird, sollte man sich zunächst mit den Grundlagen beschäftigen. Nämlich mit den Basiskomponenten eines jeden Schallplattenspielers.

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Was man vor dem Kauf eines Plattenspielers wissen sollte
Der Plattenspieler, oder auch Schallplattenspieler ist ein elektrisches Gerät zum Abspielen von Schallplatten. Bestehend aus vielen einzelnen Bauteilen.

Die elementaren Bauteile eines jeden Plattenspielers sind der Sockel, der Tonarm, der Tonabnehmer, die Nadel, der Teller und der Motor.

Der Sockel ist die Basis des Schallplattenspielers. Zwar hat er keine weitere Funktion als die einzelnen Bauteile zusammenzuhalten, es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass der Sockel aus einem stabilen und hochwertigen Material gebaut ist. Entstehen Vibrationen, weil der Sockel nicht stabil gebaut ist, werde diese auch auf alle anderen Teile des Plattenspielers übertragen und darunter leidet unter Umständen die Klangqualität.

Wer auf der Suche nach einem adäquaten Plattenspieler ist, wird bald feststellen, dass zumindest beim Aussehen des Sockels der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Von schlichter Eleganz über protzig bis hin zu Retro-chic aus längst vergangenen Zeiten – Sie haben die Qual der Wahl.

Der Tonarm. Er ist dafür zuständig, den Tonabnehmer zu halten. Damit erlaubt er der Nadel in den Rillen der Platte zu gleiten. Eine tragende Rolle kommt hier dem Gegengewicht zu, das sich am hinteren Ende des Tonarms befindet. Dieses sorgt nämlich dafür, dass der Tonarm richtig ausbalanciert wird und damit die Nadel die richtige Auflagekraft hat.

Ist der Tonarm nicht stabil, werden Sie das schnell an einer fehlerhaften Musikwiedergabe bemerken. Achten Sie darauf, dass der Tonarm aus Metall oder Kohlefaser gefertigt ist. Das verleiht ihm wesentlich mehr Stabilität als Plastik oder Holz. Auch, wenn letztere ihrem ästhetischen Anspruch vielleicht eher genügen würden.

Kommen wir zum Tonabnehmer. Seine Funktion ist es, die Schwingungen der Nadel aufzunehmen, das Audiosignal tontechnisch zu verarbeiten und somit hörbar zu machen. Hier gilt es darauf zu achten, dass der Schallplattenspieler einen Elektromagnetischen Wandler (MM) oder einen elektrodynamischen Wandler (MC) besitzt. Letzterer wäre sogar noch besser als der MM-Wandler.

Die Nadel des Plattenspielers, auch Stylus genannt, ist am vorderen Ende des Tonabnehmer befestigt. Hochwertige Nadeln bestehen aus Saphir oder Diamant. Eine Nadel aus Diamant hält deutlich länger als eine Nadel aus Saphir. Da sie jedoch auch wesentlich teurer ist und damit den Kaufpreis des Plattenspielers insgesamt in die Höhe treibt, ist die Nadel-Wahl jedem selbst überlassen.

Abschließend sollten Sie sich den Teller des Plattenspielers genauer anschauen. Also das Bauteil, das sich dreht und auf dem die Schallplatte liegt. Der Teller besteht aus Materialien wie Stahl, Aluminium, Glas, Acryl oder Holz. Außerdem haben einige zusätzlich eine Matte aus Gummi, Filz oder Kork dazwischen. Achten Sie hier wieder auf Stabilität, denn Stabilität verleiht Langlebigkeit. Auf die Materialien Plastik oder Holz sollte man daher eher verzichten. Sie verformen sich zumeist recht schnell.

Der Teller dreht die Schallplatte in der Regel mit einer Geschwindigkeit von 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute. Dies sind die gebräuchlichsten Geschwindigkeiten. Die Geschwindigkeit entspricht dabei immer der Aufnahmegeschwindigkeit der Musik.

Fazit: Daran erkennt man einen guten Plattenspieler
Wer sich für den Kauf eines Schallplattenspielers entscheidet, sollte sich zunächst mit seinen grundsätzlichen Bauteilen vertraut machen.

Falls man kein Profi ist, empfiehlt es sich in jedem Fall Bewertungen und Kundenstimmen zu Rate zu ziehen. Zum Kauf eines Plattenspielers in Second Hand Shops oder auf Flohmärkten wird nur geraten, wenn man den Verkäufer kennt und ihm vertraut oder mit Aufbau und Funktionsweise eines Plattenspielers bereits wärmstens vertraut ist. Doch Achtung: Aufgrund der Vielzahl an Bauteilen, die wie kleine Zahnrädchen ineinander greifen, sind Fehlfunktionen nicht immer offensichtlich und daher beim Kauf nicht unbedingt erkennbar.

Generell erkennen Sie einen guten Plattenspieler an der Qualität der verbauten Materialien. Achten Sie bei Sockel, Plattenteller und Tonarm auf stabile und hochwertige Materialien. Wer weniger technikaffin ist, sollte auf möglichst viel Komfort bei der Auswahl des Plattenspielers achten (z. B. vollautomatisches Aufsetzen der Nadel), denn er ist bei Weitem nicht so leicht zu bedienen wie ein CD-Player.

Wie immer gilt: Gute Qualität muss nicht unbedingt teuer sein. Ein gutes Einsteigermodell ist bereits für unter 400 Euro zu haben. Professionelle Geräte, wie sie z. B. Von DJ’s genutzt werden, sind dann schon deutlich teurer.

Erfahren Sie außerdem, was ein guter Plattenspieler kostet und worauf man beim Kauf achten sollte.

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